Rebsorten

WELSCHRIESLING
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Synonyme: Riesler (AT), Ryzling vlašský (CZ, SK), Olaszrizling (HU), Riesling Italico (IT), Graševina (HR), Laški Rizling (SLO)

Anbaufläche: 3.597 ha, 4,3%

Der Welschriesling stammt vermutlich aus Norditalien („Riesling italico“). Als nächster Verwandter gilt der Elbling. Die Sorte wird auch in Ungarn (Olász Rizling), Slowenien (Laski Riesling) und Kroatien (Graševina) gepflegt.  Der extrem vielseitige Welschriesling kann nahezu alle Reifekategorien abdecken: vom Sektgrundwein in neutraler, säurebetonter Art – die Trauben dafür kommen meist aus dem Raum um Poysdorf im Weinviertel – über trinkfreudige Buschenschank Bestseller aus der Steiermark bis hin zur edelsüßen Trockenbeerenauslese aus dem Burgenland, besonders aus dem Seewinkel.

Der Sortencharakter wird von einem fruchtig-würzigen Dialog geprägt, mit grünem Apfel und Zitrus, oft treten Heublumennoten hinzu sowie eine gewisse mineralische Unterstützung. Für den Geschmack typisch ist eine lebendige, aber harmonische Säure. Die Stilistik ist meist saftig und markant, herzhaft frisch und animierend. Bei Prädikatsweinen betört der cremig-sämige Duft, mit Aromen nach Trockenfrucht und weißem Pfeffer, nach einigen Jahren Lagerung auch mit Schwarzteearomen.

Blatt: keilförmig, fünflappig, gewelltes Profil, Hauptnerven grün, Zähne gradlinig, Stielbucht wenig offen mit u-förmiger Basis, Unterseite schwach behaart.
Traube:
 mittellang, sehr dicht, langzylindrisch, ein bis drei Flügel, mittelgroße Beitraube an langem Stiel.
Beere:
 rundlich, Gewicht sehr gering, Haut gelbgrün, Fruchtfleisch ungefärbt.
Austrieb:
 spät
Blüte:
 spät
Reifezeit:
 spät

MERLOT
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Anbaufläche: 649 ha, 1,4%

Der Merlot, ein „Kind“ einer Cabernet-Kreuzung, ist am besten Weg, noch vor dem Cabernet Sauvignon zu einem Star im österreichischen Rotweinsortiment zu werden. Die Sorte ist seit 1986 für österreichischen Qualitätswein offiziell zugelassen. Die Anpassungsfähigkeit an Klima und Bodenbedingungen in Verbindung mit der früheren Reife tragen zum Erfolg dieser klein- und lockerbeerigen Rebsorte bei. Geschmeidiger als „der große Bruder aus Bordeaux“ (Cabernet Sauvignon), mit weniger Tannin und Säure, wird er gerne als Cuvée-Partner herangezogen.

Wenn die Trauben nicht vollständig ausgereift sind, besteht die Gefahr, dass die Weine grasiggrün und schotig wirken. Nur bei hoher Reife zeigen sie viel Frucht und weiche Extraktsüße, dazu runde, harmonische Tannine. Dann sorgen die feinen Cassis-Schoten-Noten und die reife Würze für samtig-tiefe, ausgewogen-aromatische Weine. Besondere Qualitäten und feste Struktur entwickelt Merlot auf kalkhaltigen Böden. Die großen Klassiker aus dieser Traube kommen von den  Bordeaux-Appellationen am linken Ufer, St-Emilion und Pomerol.

Blatt: keilförmig, siebenlappig, gewelltes oder v-förmiges Profil, Hauptnerven grün, Zähne gerade bis rundgewölbt, Stielbucht wenig offen mit u-förmiger Basis, Unterseite mittelstark behaart
Traube:
 lang, locker bis mitteldicht, kegelförmig, ein bis drei Flügel, Beitraube mittelgroß
Beere:
 rundlich, Gewicht gering, Haut blauschwarz, Fruchtfleisch ungefärbt
Austrieb:
 mittel
Blüte:
 mittel
Reifezeit:
 spät

BLAUFRÄNKISCH

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Synonyme: Frankovka (CZ), Blauer Limberger oder Lemberger (DE), Kékfrankos (HU), Frankonia (IT), Modra Frankinja (SL), Frankovka modrá (SK)

Anbaufläche: 3.225 ha,  7,0%

Der Blaufränkisch ist ein richtiger „Mitteleuropäer“. Diese uralte Sorte stammt von einer Heunisch-Kreuzung, der zweite Elternteil ist unklar. Verbreitet vor allem in den Ländern der ehemaligen Habsburger-Monarchie, ist sie Leitsorte im Mittelburgenland, genannt Blaufränkischland. Von hier kommen herkunftstypische Mittelburgenland DAC Weine als Botschafter des einzigartigen Terroirs. DAC-Status genießt der Blaufränkisch ab 2010 auch als Leithaberg DAC und Eisenberg DAC. Doch auch Carnuntum trumpft immer wieder mit Blaufränkisch auf, vor allem am Spitzerberg im Osten des Gebiets.

Das typische Bukett der spät reifenden Rebsorte wird von tiefgründiger Waldbeeren- oder Kirschfrucht und feinherber Kräuterwürze geprägt. Das Geschmacksbild ist präzise und lebendig, mit einer charakteristischen Säure. Blaufränkisch kann große Weine mit dichter Struktur und markanten Tanninen hervorbringen, die in der Jugend oft ungestüm sind, bei genügend Reife aber samtig geschmeidige Facetten entwickeln. Kräftige Sortenvertreter weisen auch genügend Potenzial für längere Lagerung auf.

Blatt: keilförmig, fünflappig, ebenes Profil, Hauptnerven am Stielansatz rot, Zähne gerade bis rundgewölbt, Stielbucht offen mit v-förmiger Basis, Unterseite schwach behaart
Traube:
 lang, mitteldicht, kegelförmig, ein bis drei Flügel, Beitraube fehlt
Beere:
 rundlich, Gewicht gering, Haut blauschwarz, Fruchtfleisch ungefärbt
Austrieb:
 früh bis mittel
Blüte:
 früh bis mittel
Reifezeit:
 mittel

(BLAUER) ZWEIGELT

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Synonyme: Rotburger (AT), Zweigeltrebe (CZ, SK)

Anbaufläche: 6.476 ha, 14,1%

In den 1920er Jahren von seinem Namensgeber Professor Fritz Zweigelt aus Blaufränkisch und St. Laurent gekreuzt, schrieb die Sorte erst nach dem Krieg eine Erfolgsstory. Maßgeblich war, dass der Weinbaupionier Prof. Lenz Moser die Sorte in größerem Stil auspflanzte und auch weiterempfahl. Als meistverbreitete Rotweinrebe Österreichs – sie findet in allen Weinbaugebieten begünstigte Standorte – reicht ihr Spektrum von jung zu trinkenden, ohne Holz ausgebauten Weinen bis zu kraftvollen Gewächsen aus dem Barrique. Gerne wird sie auch als Partner für Cuvées eingesetzt, gut verträgt sie sich mit den „Elternsorten“, aber auch mit Cabernet & Co.

Die fruchtig österreichische Variante des Zweigelt zeigt – speziell als Jungwein – viel Charme, duftet nach Kirschen, ist am Gaumen samtig rund und dezent würzig. Die kraftvoll internationale Stilistik kennzeichnen Weichsel- und Beerenaromen, Fruchttiefe und deutlich mehr Gerbstoff, bei aller Komplexität bleiben die Weine stets harmonisch. Vor allem in Carnuntum und östlich des Neusiedlersees erreicht die Sorte aus alten Weingärten und bei entsprechendem Können der Winzer das Format großer Weine.

Blatt: kreisförmig bis fünfeckig, drei bis fünflappig, ebenes Profil, Zähne gerade bis rundgewölbt, Stielbucht wenig offen mit u-förmiger Basis, Unterseite schwach behaart
Traube:
 mittelgroß, dicht, zylindrisch, ein bis drei Flügel, Beitraube mittelgroß
Beere:
 rundlich, Gewicht gering, Haut blauschwarz, Fruchtfleisch ungefärbt
Austrieb: 
früh
Blüte:
 früh bis mittel
Reifezeit:
 mittel
Besonderheiten:
 neigt bei Kalimangel und Überbelastung zur Traubenwelke

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